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Geschrieben von: Michael E. Grasme   

Dublin-Trip der Turnabteilung


Eine nette Abwechslung im Rentneralltag leisteten sich vier männliche Mitglieder der Turnabteilung – sie brachen zu einem Kurzbesuch in die irische Hauptstadt auf.
 
Von Hahn im Hunsrück aus ging es mit der irischen Billigfluglinie nach Dublin, wo man im Norden der Stadt in einem schönen Gästehaus Unterkunft gefunden hatte. 
 
Mit den sehenswerten blau-gelben Doppeldeckerbussen ließen sich die Wege in der Stadt gut und preiswert bewältigen – oft allerdings mit angehaltenem Atem: Vom Oberdeck aus war es oft nicht zu glauben, dass der Bus wirklich ohne Schrammen oder Schlimmeres durch den dichten Verkehr oder um die nächste Ecke kommen würde.
 
Auch in anderer Hinsicht war das Busfahren in Dublin ziemlich ungewohnt – vergaß man einmal, an der Haltestelle deutlich den Arm auszustrecken, rauschte der Bus einfach vorbei und man durfte auf den nächsten warten.
 
Überhaupt der irische Verkehr: So viele Geisterfahrer wie in Dublin gibt es gar nicht...
 
Eigentlich fahren in Irland alle auf der falschen Seite, sodass man beim Überschreiten der Straße höllisch aufpassen muss, nicht unter die Räder zu geraten. Look left/ look right – so war es fast an jeder Kreuzung auf den Asphalt gemalt, zum Schutz der Touristen.
 
Gleich am ersten Tag zeigte sich die Stadt von ihrer feuchten Seite; pünktlich zum Start des angekündigten Frauen-Mini-Marathonlaufes (10 km) begann es heftig zu regnen, was die irischen Mädchen und Damen allerdings kaum beeindruckte.
 

Die Iren haben ein unkompliziertes Verhältnis zum Regen – man ignoriert ihn einfach...So viele triefend nass geregnete und zum Abschluss fröhlich Eis essende Läuferinnen bekommt man sicher nur selten zu Gesicht. Glücklicherweise war die Regenzeit am nächsten Morgen weitgehend beendet, wenn auch für den Rest der Reise nicht gerade strahlender Sonnenschein herrschte.
 
Bei einem Besuch in den „National Botanic Gardens“ boten sich herrliche Blicke auf die schönen Anlagen, Palmenhäuser und eine Vielfalt von exotischen Pflanzen. Die mitgenommenen Fotoapparate waren pausenlos im Einsatz... Nachmittags stand ein Besuch der St.Patricks Kathedrale auf dem Programm – eines der irischen Nationalheiligtümer mit berühmten Gräbern und Dokumenten der irischen Geschichte.
 
Anschließend erfolgte ein Gang durch „ Tempel Bar“, das wichtigste Dubliner Amüsierviertel, mit unendlich vielen Pubs und großem Trubel. Hier wurde dann auch das erste Guinness konsumiert, bei dem man bald feststellte, dass es eigentlich in jedem Pub anders schmeckt, da es meist noch selbst gebraut wird. Man merkte auch sehr schnell, dass die irischen Wirte und Kellner sich nicht ohne weiteres damit abfinden, dem Gast einfach nur „ein Mineralwasser“ zu servieren – freundlich, aber immer zu einem Spott aufgelegt, wird der Gast darauf hin gewiesen, dass es doch VIEL besseres zu trinken gibt.... 
 
Am nächsten Tag fuhr man an die Küste zur Halbinsel Howth. Eine kleine Wanderung – nicht auf dem gefährlichen Klippenweg sondern quer über die Halbinsel – führte hinunter zum Fischerhafen und zu einer ausgiebigen Rast. Leider präsentierten sich das Meer und die   Küste nur in Grautönen – die strahlende irische Grün machte sich eher rar. 
 
Zum Abschluss besuchte man nochmals die Prachtstraße der irischen Hauptstadt, die O’Connell Street, mit ihrem neuen Wahrzeichen, einer imposanten, 120m hohen Stahl-Nadel, die sich hervorragend als Orientierungspunkt in der Stadt eignet, da man sie fast von überall aus gut sieht. Hier liegt auch ein weiteres Denkmal des irischen Freiheitskampfes, das GPO (General Post Office) – ein Postamt als Nationalheiligtum, weil sich hier bei einem Aufstand gegen die Engländer die irischen Kämpfer verschanzt hatten... Der Rückflug am nächsten Morgen gestaltete sich ebenso unproblematisch wie der Hinflug – wenn man sich auch gewünscht hätte, noch mehr von der schönen irischen Landschaft oder England und den Küsten sehen zu können.
 
Alles in allem konnten wir uns einen guten Eindruck von dieser Stadt verschaffen, die durch ihre Geschichte, den Wirtschaftsboom der letzten 30 Jahre, aber auch durch die deutlich bemerkbaren Krisenzeichen der letzten Jahre geprägt wird.
Wie gesagt: Eine schöne Abwechslung im Rentneralltag....
 
Heinrich